Es ist nun soweit. Man hat Einblick in das komplizierteste Organ des Menschen.
Und das ist nicht alles. Es ist so, dass Forscher mit einem Blick ins Gehirn
können und vorhersagen können, ob ein Pokerspieler seinen menschlichen Gegner
bluffen wird. Das berichten US-Forscher nach jahrelangen Studien.
Wenn die Probanden gegen einen Computer antraten, gelang die Prognose
allerdings nicht, schrieben sie im Fachjournal «Science» vom Freitag. Also
spielt der Faktor Mensch als Gegner eine große Rolle. Und zwar je nachdem wie
ernst ein Gegner eingeschätzt wird, desto konzentrierter wird das Spiel
angegangen.
Hirnaktivität wird mittels Magnetresonanztomographie erfasst
Es wurden viele Meinungsumfragen durchgeführt, um den Einfluss der sozialen
Umgebung messen zu können. Das Forschungsteam um Scott Huettel von der
amerikanischen Duke-University in Durham (US-Staat North Carolina) zeigten den
Probanden vor dem Spiel zunächst ein Foto ihrer menschlichen Gegner oder des
Computers.
Dem Menschen sollten sie zudem die Hand schütteln. Dabei wurde ihre
Hirnaktivität mittels Magnetresonanztomographie erfasst, die den Blutfluss in
aktivierten Hirnbereichen darstellt. Die Teilnehmer erhielten dann eine gute
oder eine schlechte Karte und sollten entscheiden, ob sie setzen oder aussteigen
wollten.
Dafür hatten sie sechs Sekunden Zeit. Ein sehr interessantes Forschungsobjekt!
Die <b> Reaktionen können beim Glücksspiel vorhergesagt werden </b> und das
sorgt für Schlagzeilen.
Bei den menschlichen Gegnern konnten die Forscher die Entscheidung der
Spieler zu Bluffen vorhersehen - insbesondere dann, wenn der Gegner als
besonders stark eingeschätzt wurde. Das ist nicht nur beim Glücksspiel so.
Allerdings ist es so, dass nur in diesem Fall sich verräterische Aktivitäten in
einem bestimmten Gehirnareal zeigten, die die Vorhersage ermöglichten. Der
Bereich sei etwa dafür zuständig, das Gegenüber als Mensch zu identifizieren,
hieß es in einer Mitteilung zur Studie.
Denn beim Computer ist es so, dass dieser als minderwertig oder weniger
gefährlich eingestuft wird. Überraschend war für die Wissenschaftler, dass sie
keine Rückschlüsse aus Aktivitäten in Gehirnregionen ziehen konnten, die
typischerweise in sozialen Situationen aktiv sind.
Menschlicher Gegner sorgt für Aufmerksamkeit
Grundsätzlich stellten die Wissenschaftler fest, dass die Teilnehmer bei
einem menschlichen Gegner aufmerksamer spielten. Man nimmt an, dass die Reaktion
eines Computers als Gegner eher vorgesagt werden kann. Angstgegner ist also der
Mensch und nicht der gut programmierte und voll funktionsfähige Computer, wenn
das keine Überraschung ist? Normalerweise, denkt man, dass man den Computer
höherwertiger einschätzt! Wie man sich irren kann…..Reaktionen können beim
Glücksspiel vorhergesagt werden und man wird noch weiter gehen.