by Otto Maier
Das Lotto-Unternehmen von Norman Faber, Lotto Faber, will Teile seiner
Unternehmensgruppe von Nordrhein-Westfalen nach Schleswig-Holstein verlagern.
Angestrebtes Ziel ist Glückstadt. Der Firmenchef Faber flüchtet nach
Schleswig-Holstein weil nur dort eine Zukunft für das deutsche Lotto möglich
sei, laut Faber. Vom neuen Glückspielvertrag erwartet er wahrlich nicht viel
Positives.
Der neue Vertrag liberalisiere zaghaft die Sportwetten, sperre aber das
harmloseste Glücksspiel, das Lotto Spiel, unter dem Vorwand der Suchtprävention.
Dabei habe das Oberverwaltungsgericht Münster eindeutig erklärt, dass
Lottospielen nicht süchtig mache
Unternehmen möchten ein Zeichen setzen
Dies geschieht auch, um den Ministerpräsidenten der 15 Bundesländer ein
klares Zeichen zu senden. Schleswig-Holstein gehe den richtigen Weg, den Weg der
es den Unternehmen ermögliche, wieder normale Umsätze zu machen. Seit Einführung
des ersten Glücksspielstaatsvertrags vor vier Jahren seien die Lottoumsätze um
ein Drittel eingebrochen, ein Einnahmeverlust von drei Milliarden Euro pro Jahr.
Faber hatte am Wochenanfang im WDR-Fernsehen angekündigt, vom Norden aus
bundesweit tätig werden zu wollen. Die Prognose für den derzeitigen
Unternehmensstandort Bochum bezeichnete er als düster. In Nordrhein-Westfalen
bräuchte er nach dem neuen Glücksspielstaatsvertrag der 15 Bundesländer 34
Genehmigungen, um auch in allen Bundesländern aktiv zu sein. Diese wird er
allerdings nicht erhalten. Einige Mitarbeiter sollen jetzt in den Norden
geschickt werden.
Kiel geht mit gutem Beispiel voran
Im September hatte der Landtag in Kiel beschlossen, das Glücksspiel zu
liberalisieren. Das Gesetz tritt Anfang 2012 in Kraft. Im März 2012 werden die
ersten Lizenzen vergeben. Schleswig-Holstein öffnet mit dem neuen Gesetz den
Glücksspielmarkt deutlich weiter als die übrigen Länder. Private Anbieter können
künftig Lizenzen für Online-Lotto, Sportwetten, Online-Poker oder auch
Casinospiele erhalten. Die Landesregierung erhofft sich Mehreinnahmen für das
hoch verschuldete Land von bis zu 60 Millionen Euro jährlich.
Weitere Unternehmen werden folgen
Faber flüchtet nach Schleswig-Holstein und viele
Unternehmen werden folgen. Das vor 13 Jahren in Kiel gegründete Unternehmen Jaxx
SE (früher Fluxx.com) will mit 80 Mitarbeitern aus Hamburg-Altona nach Schleswig-
Holstein. Das Unternehmen wollte an den Hamburger Rand ziehen und freue sich
besonders, dass Schleswig-Holstein das erste Bundesland sei, das ein
fortschrittliches Glücksspielrecht beschließe.
Auch der Geschäftsführer von Tipp24 plant nach eigenen Worten
eine Firmengründung in Schleswig-Holstein. Sein Unternehmen hatte zuletzt
zahlreiche Arbeitsplätze nach England verlagert.
Geld und Arbeitsplätze für Schleswig-Holstein
Insgesamt wollten sich 40 Firmen aus der Glücksspiel-Branche in
Schleswig-Holstein niederlassen, erklärte der stellvertretende
CDU-Fraktionsvorsitzende im Kieler Landtag, Hans-Jörn Arp. Der größte Teil davon
seien Lotto- und Sportwetten Anbieter. Arp rechnet mit 2000 Arbeitsplätzen und
einem Aufschwung für sein Land.