by Heike Krause
Das Sportwettenmonopol in Deutschland wurde letzte Woche durch das Treffen
und die Entscheidungen der Sitzung der Ministerpräsidenten beendet. Die
getroffenen Rahmenentscheidungen zur Änderung des Glücksspiel-Staatsvertrages
und die Problemzonen des neuen Glückspielvertrags haben allerdings jetzt
schon große Gegner.
Nachteile des neuen Vertrags
Ein großer Nachteil, den die gesamte Industrie in den neuen Rahmenbedingungen
sieht ist der immens hohe Steuersatz von fünf Prozent. Zur Veranschaulichung ein
Beispiel:
Der Wettmarkt teilt sich grundsätzlich in den stationären und den Online-Markt.
Während bei stationären Wettbüros Mieten und Personal mitfinanziert werden
müssen, entfallen diese Kosten bei den Online-Anbietern. Daher sind die
Ausschüttungsquoten bei stationären Angeboten oftmals niedriger als bei
Online-Anbietern.
Hoher Steuersatz
So gilt bei stationären Wettbüros eine Gewinnausschüttungsquote von 75 bis 80
Prozent, im Online-Bereich liegt diese bei circa 92 Prozent. Wie gesagt Kosten
die das konventionelle Wettbüro trägt, kann das Online Wettbüro seinen Kunden
weitergeben. Dem Wettanbieter verbleiben somit acht Prozent des Umsatzes. Eine
Einsatzsteuer von fünf Prozent bedeutet damit eine Abgabe von durchschnittlich
62,5 Prozent des beim Wettanbieter verbleibenden Umsatzes.
Bei Wetten in Höhe von 100 Euro kassieren die Spieler 92 Euro in Form von
Gewinnen, fünf Euro der Staat durch Steuern und nur drei Euro bleiben beim
Wettanbieter- zu wenig, um existieren zu können. Nachteile des neuen Vertrags
Begrenzung auf 20 Lizenzen
Ein weiterer Nachteil der geplanten Änderungen ist die Begrenzung der Lizenzen
auf 20. Diese Zahl ist willkürlich und nicht marktgerecht, heißt es in den
Kreisen der Online Anbieter. Es besteht noch viel Verbesserungspotential bei den
Änderungen im Glücksspiel-Staatsvertrag. Online-Poker bleibt verboten. Einen
kleinen Hoffnungsschimmer gibt es jedoch in dieser Hinsicht: Hessen und
Niedersachsen wollen prüfen, ob die Live-Übertragung von Casino-Spielen im Netz
zulässig ist.
Kontrollen gegen Anbieter illegaler Spiele
Die 15 Länder wollen durch Kontrollmaßnahmen sicherstellen, dass kein
Unternehmen Lizenzen erhält, das irgendwo auf der Welt illegale Spiele anbietet.
Wie diese Kontrolle aussehen soll, ist jedoch unbekannt.
Kritiker stehen dem Gesetzentwurf der 15 Länder sehr skeptisch gegenüber.
Die
Problemzonen des neuen Glückspielvertrags werden sicherlich ein
Vertragsverletzungsverfahren vor dem Europäischen Gerichtshof in die Wege leiten.
Eine Welle von Verfahren vor deutschen Gerichten seien unausweichlich, so Kenner
der Branche.
Im Gegensatz dazu hat Schleswig-Holstein die Zahl der Lizenzen nicht begrenzt,
sieht niedrigere Abgaben vor und erlaubt Online-Glücksspiele im Netz. Das Gesetz
tritt Anfang 2012 in Kraft, Genehmigungen für Spielanbieter gibt es aber erst ab
März. Damit solle eine Tür für einen gemeinsamen Weg mit den 15 anderen Ländern
offen bleiben.